Von Down Under zum Lockdown

Zweitausendzwanzig: das sollte ein aufregendes Jahr für mich werden, denn meine erste große Reise außerhalb von Europa stand vor der Tür! Wir verbrachten spannende Wochen in Neuseeland, im Land der Kiwis und Schafe. Dann kurz vor unserer Rückreise ein Anruf meiner Mama: „Bea, braucht ihr Toilettenpapier, wenn ihr wiederkommt? Zu Hause ist es überall ausverkauft.“ Verrückt, und ich dachte immer die Engländer spinnen. Doch darauf hatte ich so recht auch keine Antwort, was würde uns zurück in der Heimat erwarten? Mit dem letzten Flug, Ende März, kamen wir wieder in Frankfurt an und das nächste Mal waren wir verwirrt: es herrschte absolute Leere auf der A5. Normalerweise ein Zustand über den sich jeder deutsche Autobesitzer freut, aber nun war die Stimmung komisch.

 

Zurück im Lockdown-Wernigerode gab es nur die Themen: Kitas & Bildungseinrichtungen müssen zu machen, wo gibt es noch Klopapier, welchen Film habe ich auf Netflix noch nicht gesehen und wie oft will ich eigentlich noch meine Schränke ausmisten?

 

Und auch beim täglichen Zeitunglesen gab es kaum hoffnungsschimmernde Themen. Viele verschiedene Branchen, Unternehmer, Familien, Einzelpersonen… klar, eigentlich hat es wirklich jeden getroffen und dessen sind wir uns auch alle bewusst. Doch wer außerdem ziemlich hinten runtergefallen ist, sind viele Ehrenämter.

 

Ich bin selbst Vorstandsmitglied im Kinderschutzbund Harzkreis e.V. Jedes Jahr organisieren wir das Harzer Bürgerfrühstück auf dem Wernigeröder Marktplatz, um viele Spenden zu sammeln und diese für Kinder- und Jugendprojekte im Landkreis Harz einzusetzen. Leider konnte es nicht stattfinden und auch weitere Hilfsangebote wie die kostenlose Kinderkleiderkammer mussten wir leider schließen. Natürlich geht die Gesundheit aller vor, doch leider konnten wir somit Familien, die auf unsere Hilfe angewiesen sind, während dieser Zeit nicht unterstützen.

 

Ein weiteres Ehrenamt musste in diesem Jahr auch mit den Auswirkungen der Pandemie kämpfen: die Kinderkrebshilfe Harz, ein Verein, der mir sehr am Herzen liegt. Besonders diesen Verein, der von vielen Spendenveranstaltungen, wie dem Halberstädter Spendenlauf, Spenden durch das jährlich Schokoladenfest in Wernigerode, der geplanten 10 Jahre-Jubiläumsgala sowie vielen Firmenspenden lebt, hat der Lockdown hart getroffen. Die Spenden für den Verein sind im Vergleich zum Vorjahr um 50 % gesunken. Das klingt nicht nur extrem viel, sondern bedeutet auch, dass dadurch viele Hilfsangebote für krebskranke Kinder und deren Familien nicht realisiert werden können.

 

Einen riesigen Lichtblick gab es aber glücklicherweise trotzdem: Im Herbst konnte das jährliche Fußballcamp für die krebserkrankten Kinder in Kooperation mit dem VfL Wolfsburg unter umfassenden Hygienerichtlinien stattfinden. Als Team konnten wir 11 Kindern 4 Tage gestalten, in denen sie mal ganz Kind sein konnten. Das war das Erlebnis, welches mich in diesem Jahr am meisten motiviert hat, weiterhin ganz viel Energie ins Ehrenamt zu stecken.

 

2020 hat ehrenamtliche Tätigkeiten getroffen, schiebt aber auch einen digitalen Wandel in diesem Bereich an. Ich wünsche allen diese Zeit gesund zu überstehen, unterstützt euch gegenseitig und denkt daran, dass auch schon kleine Dinge etwas bewirken können (wie beispielsweise ein digitaler Glühwein)!


Autorin: Bea / Tabea Zander

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