Gemeinsam stark - Zwischen Tränen & Solidarität

Seit einigen Jahren arbeite ich als selbstständige Hochzeitsfotografin und nie habe ich mir Gedanken darüber gemacht, ob ich je einer Pandemie und der damit verbundenen Wirtschaftskrise ausgesetzt sein würde.

Das Jahr 2020 schien vielversprechend. Viele tolle Hochzeiten auf der ganzen Welt und gut gefüllte Auftragsbücher warteten auf mich und Maria, mit welcher ich seit 5 Jahren zusammen fotografiere. Wir waren zuversichtlich und auch als die ersten News der Pandemie aufploppten, machen wir uns noch nicht allzuviele Sorgen. Doch schon bald folgten die ersten Absagen, der erste Lock-Down wurde veranlasst und langsam spürte ich, dass dieses Jahr anders und uns vor allem an unsere Grenzen bringen wird. Es folgten schlaflose Nächte und Heulkrämpfe. Die Sorgen wurden größer und die Gedanken drehten sich endlos im Kreis.

Doch zwischen all der Verzweiflung passierte noch etwas anderes, etwas, was die ganze Situation für mich komplett veränderte. Ganz plötzlich spürte ich eine unfassbar starke Solidarität. Ständig telefonierten wir mit anderen Fotograf*innen, wir trafen uns per Videocall und tauschten uns täglich aus. Wir unterstützten uns gegenseitig, so gut es nur ging, hörten einander zu und waren manchmal einfach nur gemeinsam verzweifelt. Zwischen all diesen wertvollen Gesprächen und Videocalls ergab sich plötzlich noch etwas Anderes. Gemeinsam mit Tino, gründeten Maria und ich die Polyluchs Kreativagentur - mitten in der Pandemie, zwischen all unseren abgesagten Hochzeiten, Umsatzverlusten und Tränen der Verzweiflung.

Harzfeeling ist ein Projekt, welches genau aus diesem Gemeinschafts-Gedanken entstanden ist. Für uns alle soll hier eine starke Community entstehen, welche sich gegenseitig unterstützt und nicht nur in Krisenzeiten füreinander da ist. Vielleicht ist es immer der einfachste Weg, Probleme mit sich selbst zu klären, bloß niemanden damit zu belasten und darauf zu warten, dass ein Wunder passiert, jedoch haben wir besonders aus diesem Jahr gelernt, dass es ok ist, um Hilfe zu bitten, dass es ok ist, auch mal verzweifelt zu sein und vor allem, dass wir gemeinsam viel stärker sein können.

Und vielleicht braucht es manchmal gar nicht mehr, als eine helfende Hand, Menschen, die an einen glauben und das Gefühl, nicht alleine zu sein.

 

Autorin: Linda Brozio

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